Portrait
Die Soziale Hilfe engagiert sich in Kassel seit rund 125 Jahren für Menschen in Not. Aber weniger ist unsere Arbeit deshalb nicht geworden. Begleiten Sie uns auf einen kurzen Streifzug durch unsere Geschichte.
SHK
01.01.2004
Engagement mit Kontinuität und Beweglichkeit
Der Wandel der Gesellschaft hatte entscheidenden Einfluss auf unsere Arbeit. Und so wechselhaft die Geschichte der Stadt gewesen ist, so wechselhaft ist auch die Geschichte des Vereins. Leichter wurde unsere Aufgabe jedenfalls nicht. Doch lassen wir uns immer wieder neue Wege einfallen, wie man den Ärmsten in unserer Stadt helfen kann.
Die Anfänge.
Die „Soziale Hilfe” wurde 1885 unter dem Namen „Verein zur Fürsorge für entlassene Strafgefangene im Regierungsbezirk Cassel”, kurz: „Gefangenen-Fürsorgeverein” gegründet. Im Laufe seines Bestehens wechselte der Verein mehrmals seinen Namen und richtete seine Arbeit auf eine breitere Zielgruppe aus, mit Hilfen für Untersuchungshäftlinge und jugendliche Straftäter. Durch Beratung und finanzielle Unterstützung half der Verein bei der Wiedereingliederung in das soziale Leben.
Das Programm wird zum Namen.
Seit dem Jahr 1975 heißt der Verein „Soziale Hilfe e.V.”, der 1977 gemeinsam mit der Stadt Kassel die Beratungsstelle für Haftentlassene gründete. Alleinstehende Wohnungslose gehören seit 1978 zur Zielgruppe des Vereins. Die Trägerschaft der Beratungsstelle wurde von der Sozialen Hilfe e.V. gemeinsam mit der Stadt Kassel, dem Diakonischen Werk und dem Arbeitsamt gebildet. Bereits die Beratungsstelle rief verschiedene erfolgreiche Projekte wie beispielsweise die Aktionstage „Bürger ohne Wohnung” (1981) und das Arbeitsprojekt „Möbellager” (1983-1986) ins Leben. Sie stellte außerdem die ersten Wohngruppen des Vereins. Drei Jahre danach folgte die erste Hafturlauberwohnung. Im Jahr 1989 wurde die Tagesaufenthaltsstätte Panama als weiterer Teil des Vereins gegründet. Sie richtet sich an alleinstehende Wohnugslose. Das Arbeitsprojekt Spülmobil kam 1993 hinzu. Im selben Jahr war die Soziale Hilfe Mitorganisatiorin der „Nacht der Wohnungslosen“. Ein weiteres Ereignis in der Geschichte der Sozialen Hilfe e.V. war die Einrichtung der Notschlafstellen. Der Verein unterhielt von 1990 bis 1992 die Notschlafstelle „PYJAMAHOSE” und seit 1994 gibt es für Wohnungslose im Winterhalbjahr von November bis April dezentrale Notschlafstellen in mehreren Wohncontainern und aktuell zusätzlich auch in kleinen Appartements, die jedes Jahr in Kassel an verschiedenen Standorten eingerichtet werden.
Initiativ wurde die Soziale Hilfe auch, in dem sie Projekte wie die Obdachlosenzeitung „TagesSatz” (1994) und die „Kasseler Tafel” (1997), die bis heute aktiv sind, maßgeblich mit auf den Weg brachte. Im Jahr 1995 zog die Beratungsstelle in die Kölnische Straße 35 in Kassel um. Seitdem arbeiten die Beratungsstelle und die Tagesaufenthaltsstätte PANAMA unter einem Dach zusammen. Über das Kernangebot hinaus helfen wir auch anderen sozial benachteiligten Menschen z. B. durch 2x wöchentliche kostenlose Essensangebote, eine Kleiderbörse, Freizeitausflüge und vielfältige Festivitäten.
Neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit.
Durch besondere Veranstaltungen und Angebote wie das Tigerenten-Rennen und den Janoschverkaufsstand in der Weihnachtszeit sind wir nicht nur in der Öffentlichkeitsarbeit tätig und werben für unsere Arbeit. Wir tragen darüber hinaus zu einem kulturellen Beitrag der Stadt Kassel bei, der auch sozial benachteiligten Menschen zugute kommt.
So finden Wohnungslose oder arme Mitbürger nicht nur Beratung und Hilfestellung sondern auch ein wenig Heimat und können manchmal ihrer sozialen Isolation entfliehen. Jüngste Statistiken machen deutlich, wie wichtig und aktuell die Arbeit der Sozialen Hilfe heute ist: Über 13.000 Menschen in Kassel sind arbeitslos (Quote: 14,7 %) und zusätzlich rund 10.000 Haushalte empfangen Sozialhilfe.
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