Ausweitung der Entlassungsvorbereitung

Seit März 2012 ist das Arbeitsfeld Entlassungsvorbereitung für Inhaftierte im Rahmen des Übergangsmanagements erweitert worden. Ein besonderes Augenmerk wird jetzt zusätzlich auf Verbüßer von Ersatzfreiheitsstrafen gelegt.

SHK

13.11.2016

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Ist eine Geldstrafe für das Gericht uneinbringlich, tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe. In dem neuen Projekt, von dem Inhaftierte aus den Justizvollzugsanstalten (JVA) Kassel 1 mit deren Außenstellen der Frauenhaft Kaufungen und des Offenen Vollzugs in Baunatal sowie der JVA Hünfeld profitieren können, geht es um Haftvermeidung und um die Verbesserung der Lebenssituation nach der Entlassung.

Da bei der Verurteilung das Gericht bewusst von der Verhängung einer Freiheitsstrafe abgesehen hat, wird zunächst geprüft, ob es Möglichkeiten der Haftvermeidung gibt. In manchen Fällen ist es machbar, dass Angehörige oder Freunde die Zahlung der Strafe übernehmen können. Wenn diese Lösung nicht greift, kann eine Rückwandlung der Ersatzfreiheitsstrafe versucht werden und statt der Haft eine Ratenzahlung oder eine Umwandlung in gemeinnützige Arbeit mit der Rechtspflege der zuständigen Staatsanwaltschaft vereinbart werden.

Bei den zugrunde liegenden Delikten handelt es sich überwiegend um Bagatellstraftaten, wie z. B. Beförderungserschleichung. Setzt man die hohen Haftkosten bei der Verbüßung der Ersatzfreiheitsstrafen ins Verhältnis zu den oft geringen Tagessätzen, die die Inhaftierten absitzen, sprechen schon betriebswirtschaftliche Erwägungen für eine Rückwandlung der Strafe und eine Haftverkürzung.

Viele Bagatellstraftäter haben eine unstrukturierte Lebensführung

Bei der Betrachtung der Gründe, warum es zu der Inhaftierung gekommen ist, zeigen die Erfahrungen, dass viele von den Betroffenen Post vom Gericht nicht bekommen oder nicht geöffnet haben. Teilweise handelt es sich um wohnungslose Menschen ohne postalische Erreichbarkeit oder die Betroffenen sind mit der Situation aufgrund unstrukturierter Lebensführung überfordert.

Neben der Hilfe in den Bereichen Haftvermeidung oder Haftverkürzung, werden die Inhaftierten auch in der Entlassungsvorbereitung unterstützt. Oft geht es um die Mietkostenübernahme zum Erhalt von Wohnraum, die Pflege sozialer Bindungen und die Entwicklung beruflicher Perspektiven für die Zeit nach der Haft. -kah-

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