Jubiläumsfeier 125 Jahre Soziale Hilfe
Bei strahlendem Sonnenschein feierte die Soziale Hilfe mit ihren Gästen am 22.09.2010 ihr 125jähriges Jubiläum in der documenta-Halle.
WAS
21.10.2010
Auch im Logo des Vereins scheint die Sonne - allerdings durch Gitterstäbe – und steht damit für den Leitgedanken, Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen Hoffnung zu geben.
Etwa 200 Gäste, unter ihnen Margarete Riemenschneider, die mit ihrer Stiftung seit vielen Jahren bedürftige Menschen unterstützt, der Leiter der Justizvollzugsanstalt Kassel 1 Herr Meister, Kooperationspartner, Förderer, ehrenamtliche Mitarbeiter und Freunde des Vereins waren der Einladung gefolgt.
Mit swingendem Jazz sorgte das Saxophonquartett Sistergold für den musikalischen Empfang und lockerte zwischen den Redebeiträgen die Atmosphäre des Festakts auf.
Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden, Dr. Michael Müller- Goebel, charakterisierte der Oberbürgermeister der Stadt Kassel Bertram Hilgen in seinem Grußwort die Aufgabe damals wie heute : „ Die Selbstverpflichtung, den Schwächsten der Gesellschaft, die gesellschaftlich am Rande oder gar draußen stehen, zu Beistand mit Rat und Hilfe zu Teilhabe und Selbstachtung zu verhelfen.“
Zum feierlichen Anlass führte Walter Scharenberg, langjähriger Öffentlichkeitsarbeiter durch den Nachmittag. Dr. Helmut Roos ( Ministerialdirigent des Hessischen Ministeriums für Justiz, für Integration und Europa), Dr. Wolfgang Werner ( Vorstand Der Paritätische Hessen) und Ulrike Jorzik ( Regionalmanagerin beim Landeswohlfahrtsverband Hessen), lobten in ihren Grußworten die engagierte Arbeit mit seinen derzeit 28 hauptamtlichen und etwa eben so vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ulrike Moritz, Soziale Hilfe-Geschäftsführerin beschrieb in ihrer Darstellung Geschichte, Entwicklung und Aufgabenbereiche des 1885 unter dem Namen Verein zur Fürsorge für entlassene Strafgefangene im Regierungsbezirk Cassel gegründeten Vereins bis zur heutigen Soziale Hilfe e.V.
Das Jubiläum fällt zusammen mit dem von der Europäischen Union deklarierten Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Mit dieser Thematik beschäftigte sich auch die 15jährige Kasseler Schülerin Sophia Liberis, Gewinnerin des vom Verein initiierten Schreibwettbewerbes, und beeindruckte mit ihrem einfühlsamen Gedicht über Armut und Obdachlosigkeit die Zuhörer.
In seinem sich anschließenden Fachvortrag schilderte Professor Wolfgang Ayaß von der Universität Kassel die Situation und gesellschaftliche Stellung Wohnungsloser im Nationalsozialismus. Während dieser Zeit war die Arbeit des Vereins so stark reglementiert und eingeschränkt, dass sie weitgehend ruhte. Die Wohnungslosen wurden kontrolliert, verfolgt und viele von Ihnen in Konzentrationslagern interniert. Eine Ausstellung zum Thema konnte im hinteren Bereich der documenta–Halle besichtigt werden.
Die in der Kunstwerkstatt entstandenen Exponate, sowie die Vor-Präsentation des Buches: „ Meine Geschichte ist es wert erzählt zu werden“ mit Texten und Bildern von Klienten des Vereins Soziale Hilfe schlugen den Bogen zur Kunst. Auch das entlang der Hallenwand exponierte Band mit allen Exemplaren der Zeitung Soziale Hilfe aktuell fand rege Beachtung.
Aus Anlass des Jubiläums wurde eine Chronik präsentiert – 125 Jahre Soziale Hilfe – 1885 -2010, ein Rückblick.
Gestärkt durch einen leckeren Fingerfood-Imbiss verließen viele der Gäste die Veranstaltung mit den Worten: „Auf die nächsten 125 Jahre!“
Weiterführende Artikel:
Es gilt das gesprochene Wort - Grußwort von Oberbürgermeister Bertram Hilgen
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