Gastbeitrag: Entzugsbehandlung im Ludwig-Noll-Krankenhaus Klinikum Kassel

Von Dr. med. Martin D. Ohlmeier
Das Ludwig-Noll-Krankenhaus hat am 1. September 2009 eine Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit/-missbrauch eingerichtet. Dort stehen zur Zeit 14 stationäre Behandlungsplätze für Männer und Frauen zur Verfügung.

SHK

29.10.2009

Gastbeitrag von Dr. med. Martin D. Ohlmeier

Bisher wurden Patienten mit einer Suchterkrankung nicht auf einer Station konzentriert, sondern auf allen Stationen des LNK behandelt.

Das suchtmedizinische Behandlungskonzept richtet sich nach den Leitlinien der qualifizierten Entzugsbehandlung aus. Dabei stehen die niedrigschwellige Aufnahmemöglichkeit, die umfassende auch psychiatrische Diagnostik der Abhängigkeit sowie die individuelle Behandlung und Beratung des Patienten im Vordergrund.

Die therapeutische und menschliche Grundhaltung am Ludwig-Noll-Krankenhaus ist geprägt durch Respekt vor der Autonomie jeder Person und Achtung ihrer Integrität und Würde. Der niedrigschwellige Ansatz soll es Suchtmittelkonsumenten ermöglichen, bleibende Schäden zu verhindern bzw. zumindest einzugrenzen. Wir begleiten den Patienten in seiner Entwicklung in die vollständige Abstinenz von allen Suchtmitteln. Den Wunsch zur Entgiftung, auch den Wunsch zur Teilentgiftung, sehen wir daher als ausreichende Behandlungsmotivation zur Aufnahme in unserer Klinik an.

Die qualifizierte stationäre Entzugsbehandlung berücksichtigt die unterschiedlichen Aspekte der Abhängigkeit in ihrer spezifischen Ausprägung am jeweiligen Patienten. Die therapeutischen Angebote und Interventionen enthalten Informationen über die Gefahren und Folgen des Suchtmittelkonsums. Weiter wird durch den Einsatz motivationaler therapeutischer Techniken die Veränderungsbereitschaft in Richtung eines suchtmittelfreien Lebens gestärkt. Darüber hinaus dienen therapeutische Elemente der Vorbereitung auf weiterführende Behandlungsmaßnahmen (z.B. Entwöhnungstherapie / Langzeittherapie).

Das Behandlungsziel ist die psychische, physische und psychosoziale Stabilisierung des Patienten. Die Unterstützung zum „Einstieg in den Ausstieg“ ist ein Schwerpunkt unserer therapeutischen Arbeit. Um eine möglichst große Anzahl suchtmittelkonsumierender Menschen zu erreichen, bieten wir differenzierte Informationen und in die regionalen Verbundsysteme der Suchthilfe eingebundene Behandlungsangebote an (u.a. Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen).

Priv.–Doz. Dr. med. Martin D. Ohlmeier, Jahrgang 1965, ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Ludwig-Noll-Krankenhaus) des Klinikums Kassel. Er ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Studium der Medizin an der Georg-August-Universität in Göttingen. Ab 1994 Ausbildung zum Facharzt für Neurologie an der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Seit 1999 tätig an der Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), seit 2005 u.a. als verantwortlicher Oberarzt der Suchtstation.

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