Praktikum: "Statt sechs Wochen blieb ich neun"
Heimat? Alles andere sind doch nur Orte, denken sich Menschen, die eine Heimat haben. Aber das kann nicht jeder von sich behaupten. Unermüdlich hetzen manche Menschen von einem Ort zum anderen, immer auf der Suche nach – ja, nach was eigentlich? Freiheit?
WAS
03.03.2009
Da mein Studium ein sechswöchiges Praktikum vorsieht, begab ich mich im Mai auf die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz und bewarb mich bei der Sozialen Hilfe e.V. Ein Kennenlern-Gespräch später begann am 28.Juli 2008 um 8.30 Uhr mein erster Morgen in der Tagesaufenthaltsstätte Panama. Ich war nervös, etwas zurückhaltend, aber auch neugierig und gespannt darauf, was mich erwarten würde. Schon nach kurzer Zeit in der Tagesaufenthaltsstätte hatte ich viele Menschen mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten kennen gelernt, die unglaublichsten Geschichten wurden mir erzählt. Und wenn ich mich zurück erinnere: Ich habe jeden Tag etwas Besonderes erlebt.
Ich habe einen Einblick in viele Bereiche der Sozialen Hilfe e.V. bekommen, und besonders beim Berberfrühstück wurde mir die Frage nach „Heimat“ und „Freiheit“ beantwortet. Denn nicht für jeden lassen sich diese Begriffe vereinen: Und schließlich erzählte mir jemand, wieso er das Leben auf der Straße so liebt: Hier fühle er sich sicher, sagte er. Hier verlasse oder enttäusche ihn niemand. Nur er selbst und die Freiheit. Umso schöner sei es für ihn, eine Anlaufstelle wie das Panama zu haben und sich dort willkommen zu fühlen, wann immer ihm danach ist.
Statt der von der Universität vorgeschriebenen sechs Wochen blieb ich neun. Mein anfängliches Gefühl, dass ich mich bei diesem Praktikum wirklich helfend einbringen könnte, bestätigte sich, und gern komme ich wieder, um ehrenamtlich zu arbeiten.
Sarah Möller
Newsletter
Veranstaltungen, Nachrichten, Brennpunkte: Mit dem Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden.